Walzpunkt AG
Walzpunkt hält die Walzwerke der Schokoladenindustrie am Laufen. Auf diesen Maschinen wird Kakaomasse zwischen fünf Walzen so fein, dass sie auf der Zunge schmilzt. Viele davon stammen von Bühler…
- Kunde: Walzpunkt AG
- Umsetzung: Orbit (Jan, Marcel)
- Zeitraum: 2026
Walzpunkt hält die Walzwerke der Schokoladenindustrie am Laufen. Auf diesen Maschinen wird Kakaomasse zwischen fünf Walzen so fein, dass sie auf der Zunge schmilzt. Viele davon stammen von Bühler, tragen Namen wie Stoos, Rigi und Säntis und laufen seit Jahrzehnten, Tag und Nacht.
Fällt in einer solchen Linie eine Steuerung aus, steht die Produktion, und die Originalteile sind längst vom Markt verschwunden. Seit über drei Jahrzehnten ist das der Moment, in dem das Telefon in Reichenburg klingelt. 2026 beschliesst die Walzpunkt AG, dieses Wissen sichtbar zu machen und ihren Betrieb neu aufzustellen. Gemeinsam mit Orbit entsteht eine einzige App für beides: die Website, die Betreiber von Walzwerken in ganz Europa finden, und die Werkstatt, die den Alltag vom ersten Anruf bis zur bezahlten Rechnung trägt. Dieselbe Adresse, dasselbe Design, dieselben Daten.
• Website in vier Sprachen mit Katalog, Datenblättern und Anfrage • Bestellweg vom Produkt bis zur Auftragsbestätigung • Aufträge, neun Belegarten und Swiss QR-Rechnung • Planung, Abrechnung und Auswertung • Lager mit Journal, Maschinen und Wartung • Schaltpläne nach IEC 60617 • Kundensuche in offenen Firmenregistern Europas • KI auf Orbits eigener Grafikkarte in der Schweiz
Wir machen Walzen.
Die neue walzpunkt.ch spricht wie ihre Techniker: kurz, ruhig, sicher. Dunkel wie eine Werkhalle bei Nacht, mit Gold wie das Licht über der Linie, und mit einem einzigen Satz zur Begrüssung. Darunter folgen die Eckwerte des Betriebs und die vier Leistungen Retrofit, Instandhaltung, vorbeugende Wartung und Reparatur.
Wer die Seite in der Werkhalle auf dem Telefon öffnet, bekommt dieselbe Ordnung in einer Spalte, mit einem eigenen Bildausschnitt im Hochformat, und ist mit einem Tippen am Telefon des Technikers. Website und Werkstatt teilen sich ein Design: Wer morgens die Aufträge öffnet, arbeitet in derselben Gestaltung, die Kunden auf der Website sehen.
Vier Sprachen, eine Stimme
walzpunkt.ch spricht Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch, mit dem Wechsel gleich links neben der Anfrage. Französisch war vom ersten Tag an dabei, denn viele Walzwerke stehen in der Romandie und in Frankreich. Fachbegriffe bleiben in jeder Sprache die der Branche: Ein Walzwerk ist ein Walzwerk der Schokoladenindustrie, kein Stahlwerk.
Jedes der 35 öffentlichen Produkte hat eigene Texte in jeder Sprache, die Walzpunkt in der Werkstatt Sprache für Sprache pflegt. Für 26 Produkte gibt es das Datenblatt in allen vier Sprachen, mit identischen Zahlen, gestützt auf die Unterlagen der Hersteller. Die Website verlinkt diese Unterlagen, statt sie abzuschreiben. Firmen- und Produktflyer liegen druckfertig bereit, und jedes Produkt druckt sich als eine saubere A4-Seite.
Gefunden werden
Eine Website für eine so schmale Branche lebt davon, dass die Richtigen sie finden. walzpunkt.ch lädt in unter drei Sekunden, erreicht im Leistungstest von Google 95 von 100 Punkten und wiegt keine 600 Kilobyte. Titel, Fragen und Firmendaten stehen so in der Seite, dass Suchmaschinen und KI-Assistenten sie lesen.
Sechs Wochen nach dem Start führt Google 58 der 152 Adressen der Website, die Suche nach der Walzpunkt AG in Reichenburg steht an erster Stelle, und die Produktseiten erscheinen auf den Plätzen zwei bis vier. Im Google-Unternehmensprofil sind alle 35 Produkte des Shops veröffentlicht. Die Post aus walzpunkt.ch ist mit den Absenderprüfungen SPF, DKIM und DMARC gesichert, mit der strengsten Stufe gegen Fälschungen.
Teile, die es nicht mehr gibt
Das Herzstück des Katalogs ist das Walzboard. Die originalen Relais-Boards der Walzwerke sind seit Jahren nicht mehr zu beschaffen, also hat Walzpunkt ein funktionsgleiches, verstärktes Board entworfen: acht Hochleistungs-Relais, eine LED je Kanal, dieselben Stecker, dieselbe Belegung. Drei Stecker trennen, Board tauschen, einrasten. Nach zehn bis fünfzehn Minuten läuft die Maschine wieder, und alte Schaltprobleme sind Geschichte.
Daneben wächst eine ganze Familie: Die PSU 1 ersetzt die alten Versorgungen, die ganze Schaltschränke aufheizen, und ist dabei stärker, stabiler und deutlich kühler. Der Walz-Block bündelt 24 Relais frei zugänglich in der Maschine. ERD-Steuerungen kommen mit neuen Tastaturen, Displays und Folien zurück und werden unter erhöhter Temperatur geprüft, bevor sie wieder in eine Linie gehen. Zwei Generationen liegen für den sofortigen Austausch bereit.
Fünf bis acht Sekunden
Manche Produkte sind mehr als ein Ersatzteil. Die Trockenlaufsicherung TLS ersetzt die alten SEL- und SELA-Systeme vollständig: Zwei Infrarot-Kameras prüfen den Schokoladenfilm auf der obersten Walze. Reisst er ab, stoppt die Maschine nach fünf bis acht Sekunden, bevor die Walzen trocken laufen. Zwei Laser-Sonden überwachen die Zufuhr und steuern die Klappe. Zwei Techniker bauen das System in wenigen Tagen ein, die Linie steht dafür rund zwei Tage still.
Ganz oben steht der Retrofit Max: der Komplettumbau eines Fünfwalzwerks für rund ein Viertel des Preises einer neuen Maschine. Die Mechanik, die seit Jahrzehnten hält, bleibt. Neu wird alles, was denkt: Steuerung, Bedienung, Sensorik, mit Siemens LOGO! und einem Touch-Panel, das ein Mensch ohne Handbuch versteht.
Ein Katalog, der zum Gespräch führt
Bei Maschinen dieser Art beginnt jedes Geschäft mit einem Gespräch, also führt jede Position im Katalog direkt zum Techniker. Die Kategorien trennen eigene Produkte, Reparaturen, moderne Steuerkomponenten und den Komplettumbau, und jedes Produkt hat seine eigene Adresse mit Fotos, Eckdaten, Preis und Datenblatt. Wer bei Google nach einem Ersatz für ein ERD-Relais-Board sucht, kommt in Reichenburg an.
Bestellen ohne Umweg
Gleich neben der Anfrage liegt der Weg zur direkten Bestellung bereit. Solange Produkte im Blick sind, wartet am unteren Rand ein Bestellschein, der mitwächst. Abgeschickt wird daraus eine Bestellung, in der Werkstatt ein Auftrag, und ein Mensch prüft ihn, bevor die Auftragsbestätigung hinausgeht. Das Versprechen auf der Seite ist einfach: Sie erhalten in der Regel am nächsten Arbeitstag unsere Auftragsbestätigung.
Die Regeln sind die eines Betriebs, der mit Betrieben arbeitet: nur Geschäftskunden, in der Schweiz und in Liechtenstein in Franken, in Deutschland, Österreich und Frankreich in Euro mit Umkehr der Steuerschuld und Pflicht zur Steuernummer. Auch neue Kunden zahlen auf Rechnung, die Versandkosten setzt Walzpunkt bei der Prüfung fest, und was nicht am Lager liegt, bleibt bestellbar, mit Lieferzeit auf Anfrage. Ein Produkt ohne Preis wird zum Entwurf eines Angebots, eine gemischte Liste zu einem einzigen Auftrag. Der ganze Weg ist zweimal im echten Betrieb durchgespielt, und Walzpunkt schaltet ihn ein, wenn der Moment passt.
Der Auftrag im Zentrum
Hinter der Website arbeitet die Werkstatt, und in ihr ist alles dem Auftrag untergeordnet. Die Übersicht zeigt am Morgen, was offen ist, was auf der Werkbank liegt, welche Module im Lager bereitstehen und was diese Woche geliefert wurde. Ein Anruf wird mit einem Griff zum Auftrag, mit Kunde, Maschine und Thema, und erscheint sofort in der Liste, sortiert nach dem, was gerade zählt: in Arbeit, wartet auf ein Teil, bereit zur Abrechnung.
Im Auftrag selbst stehen Symptome, Notizen und die Maschine mit Baujahr und letzter Wartung. Jede Stunde an der Linie landet im Werkstatt-Log mit Kürzel und Dauer, jedes verbaute Teil zieht sich aus dem Lager. Daraus entsteht mit einem Klick der Service-Rapport, mit Arbeit nach Person, Material und Tagesberichten. Ein Auftrag lässt sich als vollständige Kopie duplizieren, und die Teile kommen per Auswahl direkt aus dem Bestand.
Neun Belege, eine Kette
Aus dem Auftrag wird die Belegkette. Neun Belegarten haben je ihre eigene Nummernfolge, und alle entstehen in der Vorlage von Walzpunkt und auf Knopfdruck als PDF, dessen Seitenzahl vor dem Versand geprüft wird. Ein und dieselbe Rechnungslogik liefert die Beträge für PDF, Beleg, Abrechnung und Rechnung, mit Währung, Umkehr der Steuerschuld und Rabatt.
Jede Rechnung trägt eine Swiss QR-Rechnung mit strukturierter Referenz. Der Lieferschein kennt Zolltarifnummer und Gewichte, Arbeit bleibt aus der Zollangabe heraus. Das Lager bewegt sich mit den Belegen: Ein Lieferschein bucht aus, eine Gutschrift bucht zurück, und ein gelöschter Beleg nimmt seine Bewegungen mit.
Was wann auf welche Werkbank kommt, zeigt die Planung: die Woche als Tafel von Montag bis Freitag, mit der Kapazität der Werkbänke, den Aufträgen ohne Termin und einem Kalender für den ganzen Monat. Fehlt für einen Auftrag ein Teil, schlägt der Teile-Nachschub die Bestellung beim passenden Lieferanten vor, als fertige Mail.
Was die Zahlen sagen
In der Abrechnung steht jeder offene Franken, auf einer Tafel nach bereit, offen, überfällig und bezahlt. Das System schlägt die Mahnungen selbst vor, zuerst die Zahlungserinnerung, dann die zweite und zuletzt die letzte Mahnung, und ein Klick erstellt sie. Die Auswertung legt Monatsumsatz, Altersstruktur der Debitoren, Stunden je Person und die anstehenden Wartungen auf eine Seite.
Lager, Maschinen, Schaltpläne
Im Module-Lager liegt jedes überholte Modul mit Seriennummer, Lagerplatz, Testdatum und Preis, daneben die Einzelteile mit Bestand, Mindestmenge und Lieferant. Jede Bewegung ist eine Zeile im Journal, und Lieferscheine von Lieferanten werden gelesen und mit den Bestellnummern abgeglichen, statt abgetippt.
Das Maschinenregister kennt jede betreute Linie, rechnet aus der letzten Wartung die nächste aus, und «Wartung planen» macht daraus einen Auftrag. Für die Steuerungen gibt es einen Schaltplan-Editor nach IEC 60617: Pläne kommen per Import herein, und jedes Bauteil wird zum Symbol der eigenen Bibliothek.
Auch der Einkauf hat seine Ordnung. Jede Eingangsrechnung steht im Kreditorenjournal, mit Konto, Aufwandart und Fälligkeit, und jeder Lieferschein eines Lieferanten wird Zeile für Zeile geprüft, bevor die Ware ins Lager gebucht wird.
An der Linie
Steht ein Techniker vor einer stillen Linie, öffnet er den Einsatzmodus: eine Ansicht nur für unterwegs, gross, dunkel und mit dem Daumen zu bedienen. Oben steht, was jetzt wichtig ist, von fälligen Wartungen bis zu knappen Teilen. Ein Tippen auf die Maschine öffnet ihre Konsole mit Schaltplänen, Historie, Belegen, Wissen, Chat und Fotos, alles zu dieser einen Linie.
Was die Werkstatt weiss, liegt im Wissen: Handbücher, Datenblätter, Prüfprotokolle und Notizen, verknüpft mit Maschine, Typ, Modul oder Produkt. So tauchen an jeder Linie genau die Unterlagen auf, die zu ihr passen, und was ein Techniker heute herausfindet, steht morgen für alle bereit.
Kunden finden
Kunden und Lieferanten haben je ihren Stamm, mit Ansprechpartnern, Walzwerken, offenen Posten und einer Einstufung von A bis E. Und die Werkstatt sucht auch selbst: Ein Suchlauf nimmt Zielbranchen wie Schokolade, Süsswaren, Kosmetik, Mühlen, Farben oder Kaffee und fragt die offenen Firmenregister ab, das Handelsregister der Schweiz und Deutschlands, die Register Frankreichs, Grossbritanniens und Norwegens, dazu offene Karten- und Wissensdaten.
Jeder Lead zeigt seine Entfernung zur Werkstatt, Walzpunkt markiert sein Interesse auf einer Skala von eins bis fünf, und im Lead-Fenster liegt ein Entwurf für die erste Nachricht bereit, im Ton passend zum Stand und in der Sprache des Landes. Erst ein Mensch macht aus einem Kandidaten einen Kunden.
Wer wissen will, was gerade läuft, fragt WalzChat, die KI-Assistenz, die auf den Daten der Werkstatt antwortet. Alle KI-Funktionen laufen auf einem Modell auf Orbits eigener Grafikkarte in der Schweiz. Lieferscheine von Lieferanten liest eine Texterkennung ganz ohne Sprachmodell, auf Deutsch und Englisch.
Post im eigenen Stil
Auch die Mails sehen aus wie Walzpunkt. Sieben Arten von Shop- und Belegmails gehen im Stil der Website hinaus, auf dunklem Grund und mit dem Knopf, den Kunden von der Seite kennen, vom Absender contact@walzpunkt.ch und für die eigene Domain signiert. Rechnungen und Mahnungen verschickt das Team bewusst weiter aus dem eigenen Mailprogramm, so wie es Walzpunkt gewünscht hat.
Echte Daten vom ersten Tag
Am 22. September zog der Betrieb ein: die Listen von Walzpunkt mit Inventar und Lieferantenrechnungen, geprüft, bereinigt und mit einer einzigen Schreibweise je Lieferant samt Filialen. Seitdem läuft die Werkstatt nur noch auf echten Daten. Bilder und Unterlagen liegen in Walzpunkts eigenem Speicher, nicht im Code.
Weiterlaufen
walzpunkt.ch ist seit dem 2. September 2026 online, die Werkstatt seit dem Sommer im täglichen Einsatz und wächst mit jedem Monat: Belegkette, QR-Rechnung, Datenblätter, Sprachen, Bestellweg, Schaltplan-Import und Kundensuche kamen im laufenden Betrieb dazu. Als Nächstes ordnet die Werkstatt eingehende Zahlungen über die QR-Referenz selbst den Rechnungen zu. Walzpunkt zeigt, was Software leisten kann, wenn sie so gebaut ist wie das Handwerk, dem sie dient: robust, ehrlich, reparierbar. Die Walzen laufen weiter, und die Werkstatt auch.
