Fahrweid

Floralp

Floralp ist die Vorzugsbutter der Schweizer Milchproduzenten, hergestellt ausschliesslich aus Schweizer Milchrahm und nie tiefgefroren. Ihr Versprechen ist zwei Worte lang: «Einfach. Natürlich.»

Floralp ist die Vorzugsbutter der Schweizer Milchproduzenten, hergestellt ausschliesslich aus Schweizer Milchrahm und nie tiefgefroren. Ihr Versprechen ist zwei Worte lang: «Einfach. Natürlich.»

Wer Natürlichkeit verspricht, kann sie nicht mit Bildern erzählen, die nach Rechner aussehen. Für eine Kampagne der Schweizer Milchproduzenten SMP entsteht bei der Geyst AG der Spot «Festival Minis»: zehn Sekunden, in denen die Packung auf einer Festivalbühne steht, Funken steigen, und davor jubelt ein Publikum aus lauter kleinen Brötchen. Die Idee ist einfach, die Ausführung nicht. Die Brötchen stehen ganz nah an der Kamera und müssen dort als echtes Gebäck durchgehen, mit Kruste, Rissen und Glanz, und sich trotzdem drehen und jubeln lassen. Jan Stalder übernimmt die 3D-Seite und wählt den ehrlichsten Weg: Die Brötchen werden nicht modelliert, sie werden gebacken.

• Brötchen aus dem eigenen Ofen • Photogrammetrie im Studio • 113 bis 167 Aufnahmen pro Brötchen • Texturen in 4096 Pixeln • Augen als eigene Modelle • 2.5D in After Effects • Butter und Rosinen gleich mitgescannt • Ein Spot von zehn Sekunden

Echt schlägt perfekt

Ein modelliertes Brötchen müsste Kruste, Risse und Glasur nachbauen und würde doch nach Rechner aussehen. Ein gebackenes hat all das schon. Am 24. Mai 2022 stehen die Brötchen darum im Studio, jedes einzeln auf einem dünnen Stab, frei im Raum, damit die Kamera es von allen Seiten sieht: zwischen 113 und 167 Aufnahmen pro Brötchen, am nächsten Tag ein zweiter Durchgang. Weil das Studio schon eingerichtet ist, gehen eine Packung Floralp und eine Handvoll Rosinen gleich mit durch die Photogrammetrie.

Vom Ofen in den Rechner

Aus jeder Fotoserie entsteht eine Punktwolke, daraus ein Modell und eine Textur, Kruste und Krume als Bildfragmente in einem Textur-Atlas. Nach der Bereinigung folgen in Substance Painter die finalen Texturen für Farbe, Normalen, Schatten und Rauheit, jede 4096 mal 4096 Pixel gross. Das Ergebnis ist Gebäck, das die Kamera aus nächster Nähe zeigen darf.

Ein Publikum mit Blick

Eine Menge braucht Gesichter, aber nicht zu viele. Die Augen sind eigene Modelle, getrennt vom Brot, und jedes Brötchen liegt mit und ohne Augen vor. So lässt sich das Publikum mischen: Die meisten bleiben einfach Brot, einzelne drehen sich zur Bühne und schauen hin, und genau dort sucht das Auge des Zuschauers zuerst. Die Pointe sitzt, bevor der Spot sie ausspricht.

Zehn Sekunden Festival

Den Spot setzt der Cutter von Geyst in After Effects zusammen, die Brötchen als Ebenen im Raum, in einem 2.5D-Verfahren, das Jan Stalder dafür aufbaut und weitergibt. Die Packung erscheint auf der Bühne, die Kamera fährt an sie heran und wieder zurück, Funkenfontänen steigen, davor wogt das Publikum. Am Ende bleiben die Packung allein und eine Zeile: «Das Original. Unwiderstehlich.»

Ein Publikum, das bleibt

Im Juli 2022 ist der Spot fertig, und die Brötchen bleiben im Einsatz: Als Bibliothek aus Modellen und Texturen, mit und ohne Augen, tauchen sie in den folgenden Kampagnen von Floralp wieder auf, ohne dass dafür ein neuer Ofen angeheizt werden muss. Es ist wohl das einzige Publikum der Schweiz, das vorher im Ofen war.

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