Bauteiljagd
Bauteiljagd: Fenster, Türen, Küchen und Lampen, die aus einem Rückbau kommen und ein zweites Leben verdienen. atelier faire avec baut im Kanton Solothurn mit dem, was schon einmal verbaut war, und…
- Kunde: Atelier faire avec
- Umsetzung: Orbit (Jan, Marcel)
- Zeitraum: 2026
Bauteiljagd: Fenster, Türen, Küchen und Lampen, die aus einem Rückbau kommen und ein zweites Leben verdienen. atelier faire avec baut im Kanton Solothurn mit dem, was schon einmal verbaut war, und die Bauteiljagd ist ihr Marktplatz dafür, vom Rohbau direkt in die nächste Küche.
Bauabfälle sind in der Schweiz der grösste Abfallstrom, und vieles davon wäre noch gut: Fenster, Türen, Küchen, Lampen. Doch ein gebrauchtes Bauteil hat kein Datenblatt. Es hat einen Zustand, ein Baujahr, ein Gewicht und einen Ort, an dem es oft noch eingebaut ist. Wer zurückbaut, steht mit dem Telefon im Rohbau und hat wenig Zeit; wer kauft, will vor der Fahrt wissen, ob das Teil passt und wer es ausbaut.
2026 bringt atelier faire avec die Bauteiljagd zu Orbit, im Förderprogramm des Kantons Solothurn. Der Auftrag umfasst das Konzept, die Wireframes, das Design der mobilen Anwendung als klickbarer Prototyp im Orbit Relay und eine eigene Markengrundlage mit Logo, Farben und Schrift. Das Ziel ist so einfach wie ehrgeizig: Wiederverwenden soll so bequem werden wie Neukaufen.
• Marktplatz für Bauteile aus Rückbauten • Liste und Karte als gleichwertige Ansichten • Baustellen mit Zonen und Geschossen • Erfassung in vier Schritten, mit einer Hand • Vorschläge für Kategorie, eBKP-H, Preis, Masse und Gewicht • CO₂-Bilanz für Inserat und Bestellung • Demontageservice pro Bauteil • Cockpit für den Servicepartner • Team-Codes statt Passwörter • Erfassen auch ohne Netz
Drei Rollen statt zwei
Ein Marktplatz für Bauteile kennt eine Rolle, die in keinem gewöhnlichen Shop vorkommt: den Servicepartner, der ein Teil vor Ort ausbaut, wenn die Käuferschaft das nicht selbst kann. Zwischen dem Team, das zurückbaut, und den Menschen, die neu oder um bauen, macht er aus einem Inserat erst ein Geschäft. Jede Ansicht der Bauteiljagd ist darum für eine dieser drei Rollen gedacht, und keine sieht mehr, als sie braucht.
Vom Wireframe zum Design
Die Arbeit beginnt in Schwarz und Weiss. In Figma entstehen zuerst Wireframes für jede Ansicht: die Startseite mit Suche und Filter nach Kanton, Preis und Kategorie, die Karte eines Bauteils, der Warenkorb mit dem Demontageservice, die Merkliste und die Fusszeile mit dem Hinweis auf das Förderprogramm. Kein Farbton lenkt ab, jede Entscheidung ist eine über Inhalt und Ablauf.
Erst als die Abläufe sitzen, kommt die Farbe: ein helles, ruhiges Bild, in dem die Fotos der Bauteile die Hauptrolle spielen, mit einem kräftigen Grün für alles, was weiterführt. Das Design wird zum klickbaren Prototyp, in dem jede Ansicht echt reagiert, und es lässt sich in Akzentfarbe, Modus, Eckenradius und Schrift auf die Marke einstellen. So lässt sich die Bauteiljagd zeigen, ausprobieren und mit Partnern testen, lange bevor die erste Lampe verkauft ist.
Vom Rohbau ins Inserat
Die Erfassung beginnt nicht mit einem Formular, sondern mit der Baustelle. Ein Team eröffnet sie mit Namen und Abholadresse, legt Gebäudezonen an, etwa einen Flügel oder ein Nebengebäude, und darin die Geschosse vom Untergeschoss bis zum Dach. Jedes Bauteil hängt an seinem Stockwerk und lässt sich zwischen den Geschossen verschieben.
Das Inserat entsteht in vier Schritten, die man mit einer Hand auf der Baustelle schafft: Baustelle, Titel, Stückzahl und Zustand in vier Stufen von neuwertig bis Restaurationsbedarf; zwei Fotos im eingebauten Zustand, eine Gesamtansicht und ein Detail; Vorschläge für Kategorie, eBKP-H-Klasse, Preis, Masse und Gewicht, die sich als geschätzt markieren lassen; zuletzt Veröffentlichung, Demontageservice, Abholung und das Konto für die Auszahlung. Ohne Netz lassen sich weiter Teile erfassen, denn im Rohbau gibt es oft keinen Empfang; geändert wird, sobald die Verbindung wieder steht.
Die Vorschläge im dritten Schritt nehmen dem Team die mühsamste Arbeit ab: Aus den zwei Fotos schlägt die Bauteiljagd Kategorie, eBKP-H-Klasse, einen Preis sowie Masse und Gewicht vor. Wer es genauer weiss, tippt den Wert an und passt ihn an, und alles, was nur geschätzt ist, trägt im Inserat diesen Vermerk. So bleibt ein Inserat ehrlich, auch wenn im Rohbau kein Meterstab zur Hand ist.
Kaufen mit Abholtermin
Wer sucht, beginnt in der Liste oder auf der Karte, auf der jedes Teil an seinem Abholort liegt. Filter grenzen nach Kanton, Preisspanne und Kategorie ein, von Küchen und Lampen über Fenster, Türen und Böden bis zur Pflästerung. Jedes Inserat rechnet vor, wie viel CO₂ die Wiederverwendung gegenüber einem Neukauf spart.
Der Warenkorb bündelt, was zusammen abgeholt wird, und pro Teil lässt sich ein Demontageservice vor Ort dazubuchen. An der Kasse steht das vermiedene CO₂ der ganzen Bestellung, den Abholtermin vereinbaren beide Seiten danach direkt, und bezahlt wird mit Karte, TWINT, Apple Pay, PayPal oder auf Rechnung mit 30 Tagen. Unter dem eigenen Konto stehen Gekauftes, Verkauftes und die Merkliste nebeneinander.
Das Cockpit des Servicepartners
Fordert ein Team für eine Baustelle eine Demontage an, landet die Anfrage im Cockpit des Servicepartners und durchläuft feste Stufen: Begehung geplant, Offerte gesendet, bestätigt oder abgelehnt. Das Team sieht jede Stufe auf seiner Baustelle. Inserate lassen sich freigeben oder sperren, Meldungen über «Problem melden» beantwortet der Partner direkt per WhatsApp, und eine Übersicht zeigt vermiedenes CO₂, aktive Inserate, Bestellungen, vermittelten Umsatz und die Provision.
Passwörter gibt es keine. Ein Gerät tritt mit einem Team-Code bei, und jedes weitere Gerät kommt über einen neuen Code dazu. So ist ein Team im Rohbau in Sekunden startklar, ohne Konto und ohne vergessenes Passwort.
Jede Lampe, die noch einmal leuchten will
Konzept, Wireframes, Design und Markengrundlage der Bauteiljagd sind vollständig ausgearbeitet, und der Prototyp führt durch jeden Ablauf, vom Rohbau bis zur Abholung. Den Start wählt atelier faire avec selbst, sobald Bauteile, Suchende und ein Servicepartner zusammenkommen. Was die Bauteiljagd verspricht, gilt schon heute: Das nachhaltigste Bauteil ist das, das schon gebaut wurde.
