Parallax
Parallax ist das Kreativstudio von Orbit in einem einzigen Editor: Fläche, Bewegung, 3D, Video und Generierung in einem Dokument, im Browser und auf dem Desktop.
- Kunde: Orbit GmbH
- Umsetzung: Orbit (Jan)
- Zeitraum: 2026
Parallax ist das Kreativstudio von Orbit in einem einzigen Editor: Fläche, Bewegung, 3D, Video und Generierung in einem Dokument, im Browser und auf dem Desktop.
In den meisten Studios wandert ein Bild durch fünf Programme: Photoshop für die Fläche, After Effects für Bewegung, Blender oder Maya für 3D, Substance für Material, Premiere für den Schnitt. Jede Übergabe kostet einen Export, eine Lizenz und meistens eine Version, die schon nicht mehr stimmt. Neue Werkzeuge wie Figma, Spline oder Runway lösen jeweils ein Stück davon. Im Mai 2026 entscheidet Orbit, den ganzen Weg in ein Dokument zu holen, mit zwei Versprechen, die man selten findet: Menschen und Agenten arbeiten darin gleichberechtigt, im selben Dokument, zur selben Zeit. Und was fertig wird, endet nicht als Datei auf einem Laufwerk, sondern geht direkt als Baustein an Relay, die Plattform, die es ausliefert.
• Fläche, Bewegung, 3D und Video in einem Dokument • Zeitleiste, Dope Sheet und Kurven • Materialien mit Pfadverfolgung • Modelle auf der eigenen Grafikkarte • Agenten, die Varianten vorschlagen • Übergabe als Baustein an Relay • Die Filme der Fallseiten • Druckmodul für die eigenen 3D-Drucker
Ein Dokument, viele Disziplinen
In Parallax liegen 2D-Vektoren, 3D-Meshes, Schlüsselbilder, Videoclips und generierte Ergebnisse im selben Ebenenbaum und im selben Datenmodell. Das ist der Kern und zugleich die Schwierigkeit: Jede Disziplin liest und schreibt dasselbe Modell, mehrere Personen und Agenten bearbeiten es gleichzeitig, und ein gemeinsamer Renderer zeigt alles so, wie es am Ende ausgeliefert wird. Was man sieht, ist, was die Kundschaft bekommt.
Die Arbeit ist in drei Bereiche geordnet. Design ist die Fläche für Layout, Pixel und Bewegung. 3D hält Meshes, Modifikatoren, Licht und Kameras, dazu das Malen auf Oberflächen und die Graphen für Materialien. Generate führt die Modelle. Eine Befehlspalette erreicht jedes Werkzeug über die Tastatur, und eine Stufe von M0 bis M5 legt fest, wie selbständig Agenten im Dokument arbeiten dürfen: vom reinen Vorschlag bis zum eigenen Arbeitsgang.
Gebaut wie ein Werkzeug, nicht wie eine Webseite
Unter der Oberfläche rechnet ein eigener Renderer auf der Grafikkarte, geschrieben in Rust, über WebGPU. Er zeichnet Vektoren, Text, 3D, Partikel und Video in eigenen Durchgängen und setzt sie zu einem Bild zusammen. Text wird gesetzt wie in einem Satzprogramm, mit echter Glyphenformung, und Layouts folgen Regeln statt Pixelwerten.
Mehrere Menschen und Agenten arbeiten zur selben Zeit am selben Dokument. Jede Änderung läuft live zu allen anderen, ohne dass jemand eine Datei sperrt, speichert oder zusammenführt. Dieselbe Anwendung läuft im Browser und als Desktop-Programm; beide öffnen dasselbe Dokument.
Design: Fläche, Pixel und Bewegung
Der Design-Bereich verbindet, was sonst zwischen einem Bildprogramm, einem Vektorprogramm und einem Animationsprogramm aufgeteilt ist. Ebenen, Masken und Pfade liegen nebeneinander, Text bleibt Text, und jedes Werkzeug schreibt in dasselbe Dokument.
• Ebenen, Pfade, Text, Pinsel und Masken • Kopierstempel, Abwedeln, Nachbelichten und Zauberstab • Zeichenstift mit automatischem Schliessen und boolesche Pfadoperationen • Zeitleiste, Dope Sheet, Kurveneditor und Ausdrücke • Farbkorrektur, Scopes und Untertitel für Video
Bewegung entsteht auf derselben Fläche. Die Zeitleiste zeigt jede Ebene als Spur, das Dope Sheet die Schlüsselbilder, der Kurveneditor ihre Übergänge. Wo eine Bewegung einer Regel folgen soll, rechnet ein Ausdruck sie aus, statt dass jedes Bild von Hand gesetzt wird.
3D: Meshes, Licht und Kameras
Im 3D-Bereich liegen Meshes mit ihren Modifikatoren, Lichter und Kameras in derselben Szene wie die Fläche. Seit Juni 2026 gehört auch die Materialarbeit hierher: Farbe wird direkt auf die Oberfläche gemalt, ein Material im Graph aufgebaut und gebacken.
Für das fertige Bild rechnet eine Pfadverfolgung mit HDRI-Umgebungen, Lichtvorlagen und Tiefenschärfe. Sie liefert ein Bild in voller Auflösung oder eine Bildfolge mit fester Sample-Zahl, damit Bild zwölf aussieht wie Bild eins.
Material, das wie Material aussieht
Die Bibliothek zeigt jedes ihrer 159 Materialien als pfadverfolgte Vorschau mit 512 Samples, nicht als flache Farbkachel. Sie ist nach Stoff, Glas, Metall, Stein, Holz und weiteren Kategorien geordnet, mit Suche und den zuletzt benutzten Materialien obenauf. Ein Material landet mit einem Klick auf der Auswahl oder wird im Graph weiterentwickelt, und was dort entsteht, steht danach in derselben Bibliothek bereit.
Video: Schnitt, Farbe und Untertitel
Der Video-Bereich führt Clips auf derselben Zeitleiste wie die Animation. Die Farbkorrektur arbeitet mit Lift, Gamma und Gain je Kanal, darüber liegt ein Graustufenverlauf als Kontrolle, und Scopes zeigen, was das Auge täuscht. Untertitel entstehen im selben Dokument wie der Film, zu dem sie gehören.
Generiert in der Schweiz
Bilder und 3D-Modelle entstehen auf Orbits eigener Grafikkarte in der Schweiz, nicht in einer fremden Cloud. Ein eigener Dienst hält die Modelle bereit und arbeitet einen Auftrag nach dem anderen ab. Kein Modell kommt direkt aus dem Internet: Jedes liegt in Orbits eigenem Modellspeicher, mit Revision und Prüfsumme, bevor es zum ersten Mal rechnet. Für 3D-Formen ist Hunyuan3D-2mv eingebunden.
Die Aufträge stehen in einer dauerhaften Warteschlange, die der Bereich Generate offen zeigt, mit Zustand, Modell und Fortschritt. Wer es sich anders überlegt, bricht einen laufenden Auftrag ab. Was eine Kundin oder ein Kunde an Bildern bekommt, hat das Haus nie verlassen.
Zehn Varianten statt einer
Agenten arbeiten im selben Dokument wie Menschen. Mit «Delegate» geht eine Absicht als Auftrag an den Agenten von Orbit. Mit «Speculate» läuft dieselbe Absicht mehrmals nebeneinander, und die Varianten kommen als Raster zurück, geordnet nach der Zuversicht des Agenten.
Das Dokument bleibt dabei unberührt, bis ein Mensch eine Variante annimmt; die übrigen verfallen. Die Maschine schlägt vor, der Mensch entscheidet, und ein Zähler am Rand zeigt, was die Vorschläge kosten. Wo es schneller geht, etwas einmal vorzumachen, lernt der Agent aus dem Beispiel und wiederholt es auf dem Rest.
Kein Bild, ein Baustein
Zwischen Parallax und Relay gilt eine einfache Regel: Parallax liefert Entwürfe, zum festen Bestand werden sie erst durch die Prüfungen von Relay. Vor jeder Übergabe zeigt Parallax genau, was gesendet würde: jeden Baustein als echte Web-Component, die zusammengesetzte Oberfläche und die Grundlage der Marke mit ihren Farben und Schriften.
Der Weg führt auch zurück: Parallax zeigt die Grundlage, die Bausteine und die Medien einer Marke aus Relay an, damit eine neue Gestaltung auf dem aufbaut, was schon gilt. Zwischen Gestaltung und Entwicklung geht nichts mehr verloren, weil es keine Übersetzung mehr gibt.
Die Filme dieser Seiten
Seit dem 2. Oktober 2026 entstehen die Filme der Fallseiten auf orbit.zuerich in Parallax. Ein Gerätefoto bekommt einen freigestellten Bildschirm, darin läuft die echte Seite oder App, und jeder Film erhält seine eigene Kamerafahrt, Bild für Bild exportiert als Schleife ohne Ton.
Danach wird jeder Film gemessen: Bildzahl, schwarze Bilder, harte Schnitte und der Übergang am Ende der Schleife. Die Messung fand sogar einen Fehler im eigenen Werkzeug; er ist behoben, und jeder betroffene Film ist neu exportiert.
Wo Ideen zuerst sichtbar werden
Parallax ist bei Orbit jeden Tag im Einsatz. Als Nächstes werden die Geräte in den Filmen zu 3D-Modellen, deren Bildschirm ein Material ist, und das Druckmodul, das aus einem Modell den Auftrag für Orbits eigene 3D-Drucker erzeugt, wartet auf seinen ersten Einsatz. Was als Editor für eine Fläche begann, ist der Ort geworden, an dem bei Orbit ein Gedanke zum ersten Mal Gestalt annimmt.
