Design
Design bei Zürich: Marken, Websites und Oberflächen, die nach dem Betrieb aussehen, der dahinter steht.
- Umsetzung: Orbit
Design bei Zürich: Marken, Websites und Oberflächen, die nach dem Betrieb aussehen, der dahinter steht.
Ein Betrieb wird heute zuerst am Bildschirm beurteilt, lange bevor jemand anruft, und meistens in wenigen Sekunden. Baukästen und Vorlagen haben gute Gestaltung so billig gemacht wie nie, und genau darum sehen so viele Auftritte gleich aus: dieselben Raster, dieselben Bilder, dieselben Sätze. Ein Auftritt, der aussieht wie der der Konkurrenz, sagt so wenig wie einer, der gar nicht da ist. Orbit gestaltet Marken und Websites so, dass sie nach dem Betrieb aussehen: ruhig, wo die Arbeit ruhig ist, laut, wo ein Event Gänsehaut verspricht, persönlich, wo eine Person die Marke ist. Entworfen wird zuerst in Figma, gebaut aus einem Designsystem, das jede Seite und jede App des Kunden teilt, und ausgeliefert, wie es entworfen wurde.
• Markenkonzept, Name und Logo • Websites in mehreren Sprachen • Oberflächen für Apps und Portale • Designsysteme aus Bausteinen • Fahrzeugbeschriftung und Drucksachen • Wireframes und Prototypen in Figma • Verwaltung, mit der man selbst pflegt • Für das Telefon gebaut
Ein Name aus dem Alten Wald
Bombadille ist die Public Impact Boutique von Jon Baumann in Langenthal, der im Stab von Bundesrat Schneider-Ammann Dossiers betreut hat. Public Affairs ist in der Schweiz ein Feld grosser Häuser mit grossen Teams in Bern und Zürich; Bombadille setzt auf das Gegenteil, eine Boutique mit einem Gesicht. Die Marke, die Orbit im März 2026 dafür entwickelt, lehnt sich an Tom Bombadil an, die Figur aus Tolkiens «Der Herr der Ringe», die im Alten Wald niemandem gehört und allen hilft. Zwei der drei Farben tragen Namen aus derselben Geschichte, Goldberry und Willow, dazu Peacock für das Petrol, und das Logo, ein B in einem Ring, steht auf dem Briefkopf so sicher wie auf dem Messestand der Gewerbeausstellung Langenthal.
Die Landingpage braucht kein Menü, um das Angebot zu erklären. Beim Scrollen wechselt der erste Bildschirm die Farbe, von Weiss zu Peacock, Willow und Goldberry, und mit jeder Farbe erscheint eines der drei Felder mit einem Satz in zwei Teilen, dessen erster immer dem Kunden gehört: «Ihre Anliegen werden gehört und verstanden. Wir übersetzen und überzeugen.» Dann tritt Jon Baumann ins Bild. In der Beratung kauft man einen Menschen, und die Seite stellt ihn vor, sobald klar ist, wofür er steht. Auf dieser Grundlage ist bombadille.ch online gegangen.
Der Auftritt beginnt auf der Strasse
Ein Lüftungsreiniger hat ein Problem, das andere Handwerker nicht kennen: Seine beste Arbeit sieht man nicht. Sie liegt in Kanälen hinter der Decke und in einem Ventilatorrad im Technikraum. Was man sieht, ist der Wagen vor dem Haus. Für CR Lüftungen in Bülach beginnt der Auftritt darum auf der Strasse, und noch vor der ersten Linie mit einer Frage, die kein Moodboard beantwortet: Welcher Wagen ist es genau? Unter der Bezeichnung L2H1 laufen beim Ford Transit Custom zwei Generationen, die jüngere mit 200 Millimetern mehr Radstand, und eine Folie verzeiht keinen Fehler. Den Ausschlag gibt der Fahrzeugausweis, und auf einer Vorlage genau dieses Wagens entsteht die Beschriftung im Massstab 1:25.
Das Signet, gezeichnet wie ein Ventilatorrad, legt sich über die hinteren Flanken und dreht am Heck um die Ecke, als würde der Wagen im Stand noch Luft bewegen. Auf dem Heck sitzt ein QR-Code für alle, die an der Ampel dahinter warten, und auf dem Dach ein grosser für alle, die von oben schauen, vom Balkon, aus dem Büro, von der Baustelle im dritten Stock. Die Website, «Luft als Lebensmittel», zeigt dann endlich, was hinter dem Gitter passiert: Ein Regler legt zwei echte Aufnahmen desselben Kanals übereinander, vorher mit einem Pelz aus Staub, nachher blank bis in die Tiefe.
Präzision, die man sieht
Kinetra verkauft etwas, das man nicht in eine Schachtel packt: die Produktionsrechte hochwertigster Schweizer Messtechnik, Geräte, die über Jahrzehnte unter dem Namen Microtest entwickelt wurden. Der Markt gehört Namen wie Zeiss, Hexagon und Mitutoyo, und der Auftritt muss für Ingenieure so lesbar sein wie für Geschäftsleitungen, ohne zum Katalog zu werden. Die Startseite ist darum rot, eine einzige Farbe, ein Zeichen aus vier verschränkten Rauten und ein Satz. Das Microtest System erscheint wie eine Explosionszeichnung mit sieben nummerierten Teilen, von der Ratsche bis zum Taster, und jede Seite endet mit derselben ehrlichen Liste, Serientauglichkeit, Mustergerät, CAD und Zeichnungen, jeweils mit Haken oder Kreuz. Jeder Weg führt in ein Gespräch statt in einen Warenkorb: «Termin vereinbaren» begleitet jede Ansicht.
In der ersten Person
Eine Werkstatt mit einer Person gewinnt ihre Kundschaft über Vertrauen und Mundpropaganda, nicht über Rabatte und Ausstellungshallen. Der Auftritt von DD Moto in Gontenschwil ist darum in der ersten Person geschrieben, per Du und ohne Branchenfloskeln, und beginnt mit einer Haltung statt einem Angebot: «Ein Leben ohne Motorrad ist möglich. Aber sinnlos.» Gleich daneben steht der Knopf zu WhatsApp, denn ein Formular passt nicht zu jemandem, der selbst in der Werkstatt steht. Unter demselben Dach pflegt die MD Garage des Vaters seit über zwei Jahrzehnten Ferrari, Lamborghini und Oldtimer, und ihr Auftritt nimmt den Ton der Halle auf: schwere Schrift auf Papierton, Fotos mit Nummer wie in einem Archiv, ein Stempel «Officina MD, dal 2000».
Beide Auftritte haben eine Verwaltung, die nur kann, was gebraucht wird. Texte stehen auf Deutsch und Englisch nebeneinander, Zeile für Zeile, angepasste Felder lassen sich mit einem Klick auf das Original zurücksetzen, und der ganze Inhalt lässt sich als eine Datei sichern. Keine Werkstattplanung, keine Rechnungen, keine Teileverwaltung: Ein Werkzeug, das niemand nutzt, kostet nur Pflege.
Zeigen statt erzählen
Für eine Agentur, deren Arbeit bildgewaltig ist, muss der Auftritt zurücktreten. Die Seite von Next Hype öffnet mit einem Gesicht aus Licht und einem einzigen Satz und ordnet das Werk in drei Reels, Commercial, Lifestyle und Entertainment. Der Showreel wechselt zwischen Quer- und Hochformat, weil Marken ihn ebenso im Pitch an der Wand sehen wie im Feed auf dem Telefon, und am Ende steht keine Kontaktseite, sondern eine Wand voller Marken mit einem roten Knopf: «join». Für das Kollektiv Team Black Cat nimmt sich der Auftritt noch weiter zurück: Die neuesten Arbeiten stehen gross und ohne Beschnitt, jede Person hat ein Profil mit Künstlernamen und Disziplin, und die Reihenfolge bestimmt das Kollektiv, nicht ein Algorithmus.
Gänsehaut mit Fahrplan
Ein Horror-Event lebt von Atmosphäre, gebucht wird es über harte Angaben, und Basement of Horror in Zofingen trägt beides auf derselben Fläche. Oben läuft ein Warnband mit Altersgrenze, Datum und «Betreten auf eigene Gefahr», hinter dem Titel flackern Szenen aus der Arena, und gleich darunter stehen die vier Angaben, die jede Gruppe sucht. Erzählt wird das Event als Fallakte, Sperrzone B-9, ein verschollener Arzt. Drei Knöpfe führen zu den Tickets und zeigen alle auf dasselbe Ziel, damit eine Änderung an einer Stelle reicht, und jede Bewerbung als Darsteller wird zuerst gespeichert und erst dann verschickt: Fällt der Mailweg einmal aus, ist sie trotzdem da.
Seiten, die ihre Agentur nicht mehr brauchen
Jan Stalder von Orbit hat zuvor bei der Geyst AG Websites für Kunden verantwortet, die jeden Tag beweisen müssen, dass sie halten, was sie versprechen. Für Flow Swiss, einen der führenden Cloud-Anbieter der Schweiz, steht das Versprechen «committed to simplicity» schon in der Navigation, und ein neues Produkt ist ein neuer Block, keine neue Website. Die WEMF, deren Studien für Presse und Kino die Währung des Werbemarkts sind, wollte eine Redaktion, die publiziert, ohne für jede Zeile auf eine Agentur zu warten; dafür entsteht unter anderem ein Modul für Preislisten, die sich Jahr für Jahr ändern. Bei AssetImmo, der Anlagestiftung für Schweizer Pensionskassen, stehen die Zahlen zuerst, jede mit Stichtag, und das Raster trägt seit 2021 durch jeden Halbjahresbericht und 2025 auch durch den Umzug der Stiftung, ohne einen einzigen Relaunch.
Daraus ist eine Haltung geworden, die für jeden Auftritt von Orbit gilt: Wer ihn hat, pflegt ihn selbst. Eine Website, die ihre Agentur nicht mehr braucht, klingt nach einem seltsamen Ziel. Für einen Betrieb, der wachsen will, ist es das einzig richtige.
Ausgeliefert, wie entworfen
Zwischen Design und fertiger Website geht in der Branche viel verloren, und jede Abweichung kostet eine Runde Feedback. Bei Orbit wird ein Entwurf nicht nachgebaut, sondern übergeben: Aus Figma oder direkt aus Parallax wird er in Relay zu Grundlage, Baustein und Seite, und ein gerenderter Browser vergleicht Container für Container, ob die Oberfläche dem Entwurf folgt. Farben, Schriften und Icons einer Marke bleiben dabei ihre eigenen: Die Schriften des einen Kunden landen nie beim anderen.
Ein Auftritt ist bei Orbit kein Abschluss, sondern der Anfang eines Werkzeugs: Dieselben Bausteine tragen später das Portal, die App und die Drucksache. So sieht ein Betrieb in fünf Jahren noch aus wie er selbst, auch wenn er gewachsen ist. Wer so einen Auftritt sucht, findet in Fahrweid bei Zürich die Menschen, die ihn entwerfen, bauen und mit ihm weiterarbeiten.
